Zunächst ist der Versuch eines Perspektivwechsels gut, auch wenn es sich um eine völlig harmlose Situation handelt und man die Angstreaktion des Anderen darauf möglicherweise befremdlich findet: Betroffene nehmen diese als echte Bedrohung wahr und durchleben die entsprechende Gefühlslage. Daher helfen keine gut gemeinten Ratschläge. „Leidet jemand im eigenen Umfeld an einer Angsterkrankung, ist es ratsam, sich gut über das Krankheitsbild zu informieren. So kann man das Empfinden des Betroffenen eher nachvollziehen, sie oder ihn besser verstehen und sich mehr in die Situation einfühlen“, rät Dr. Berberich. Wenn es Betroffenen selbst schwerfällt, nach professioneller Unterstützung zu suchen, kann das soziale Umfeld Hilfe anbieten – für die erste Kontaktaufnahme, eine Terminvereinbarung oder auch die Begleitung zum ersten Termin mit einem Experten oder einer Expertin. Die Bereitschaft, professionelle Hilfe anzunehmen und sich den eigenen Ängsten im Rahmen der Therapie zu stellen, sollte aber unbedingt vom Betroffenen selbst kommen. Auch während einer Therapie kann man Hilfestellung anbieten. Lässt es die Beziehung zu, kann man ermutigen, sich angsteinflößenden Situationen zu stellen. Es gehört aber auch dazu, ein Nein zu akzeptieren, wenn Betroffene keine Unterstützung möchten, auch wenn es schwerfällt.