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  • Bipolare Depression – Leben zwischen "himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt"

    In unseren Oberberg Privatkliniken finden Sie einen geschützten Ort, um zur Ruhe zu kommen. Unser erfahrenes Team unterstützt Sie dabei, zu sich selbst zu finden und die Ursachen Ihrer Erkrankung zu verstehen – für einen Weg hin zu neuer Stärke und Lebensfreude.

    Frau steht in der Küche und trinkt einen grünen shake

    Diagnose bipolare Depression: Was tun?

    Schon Goethe beschrieb die Berg- und Talfahrt, die an einer bipolaren Depression Erkrankte regelmäßig durchleben: Ihre Stimmung schwankt zwischen einer als Manie bezeichneten ungehemmten Euphorie und der Depression, also einem tiefen Trübsinn. Zwischen diesen gegensätzlichen Stimmungsphasen liegen oftmals ganz normale Zeiträume. Das so entstehende Spannungsverhältnis ist nicht nur für die Betroffenen schwierig, sondern auch für deren Umfeld. Umso wichtiger ist eine gezielte Behandlung, da ansonsten Partnerschaft, Familie undh Berufsleben beeinträchtigt werden können.

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    Therapien

    Mögliche Therapieverfahren bei bipolarer Depression

    Als Oberberg-Patient können Sie mit Ihrem Therapeuten-Team immer ausführlich besprechen, welches individuelle, evidenzbasierte Behandlungskonzept für Sie den größten Therapieerfolg verspricht.

    Zur Behandlung von bipolaren Depressionen setzen wir unter anderem diese Therapieverfahren ein:

    Oberberg Privatkliniken für bipolare Depressionen

    Bei uns verbinden sich exzellente Medizin und persönlicher Rückzugsraum für Heilung und Neuausrichtung.

    In diesen Kliniken behandeln wir bipolare Depressionen auf höchstem Niveau:

    Sie können sich jederzeit an uns wenden – Vertrauensvoll und diskret

    Sie möchten mehr Informationen zu unserem Behandlungsangebot, zur Ausstattung in den Kliniken oder zum Tagesablauf in einer unserer Kliniken?

    Dann würden wir uns freuen, wenn Sie mit uns persönlichen Kontakt unter der Telefonnummer 030 - 26478607 aufnehmen. Wenn Sie einen Rückruf für ein persönliches Gespräch vereinbaren möchten, füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden uns dann schnellstmöglich bei Ihnen melden.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zu bipolaren Depressionen

    Was ist eine bipolare Depression?

    Die bipolare Depression ist Teil einer chronischen psychischen Erkrankung, die als schwer einzustufen ist. Typisch ist der Wechsel zwischen manischen und depressiven Phasen: Während der Manie empfinden die Betroffenen ein extremes Hochgefühl, das zu Überaktivität und Euphorie, aber auch Gereiztheit führt. Nach einer solchen Phase schlägt die Stimmung in eine bipolare Depression um, die mehr oder weniger stark ausfallen kann. Neben gedrückter Stimmung spüren die Patienten eine tiefe Traurigkeit und sind antriebslos.

    Der Stimmungswechsel erfolgt unabhängig von äußeren Einflüssen in Episoden. Die bipolare Depression zählt damit zu den endogenen Depressionen.

    Was kann eine bipolare Depression auslösen?

    Schätzungen ergaben, dass zwischen ein und drei Prozent der Bevölkerung an einer bipolaren Depression leiden, wobei die Verteilung zwischen Männern und Frauen ausgewogen ist. Weiter ist bekannt, dass die erste Episode dieser Erkrankung oft im jugendlichen Alter auftritt, aber leider regelmäßig erst zu einem späteren Zeitpunkt diagnostiziert wird.

    Darüber hinaus deuten zahlreiche Untersuchungen auf eine ursächliche Hirnerkrankung hin, bei der die Funktion der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin, GABA und Serotonin ebenso gestört ist wie der Hirnmetabolismus. Außerdem verändert sich während einer Episode die Aktivität des limbischen Systems, das im Gehirn mitverantwortlich dafür ist, dass Menschen Gefühle empfinden und verarbeiten. Zu diesem Schluss kamen Untersuchungen Betroffener mit Hilfe bildgebender Verfahren. Das könnte erklären, wieso vor allem belastende Ereignisse als Auslöser dieser Erkrankung infrage kommen.

    Die bipolare Depression kann nicht vererbt, doch kann die Anfälligkeit durchaus weitergegeben werden - hierzu gibt es noch keine vollständige Klarheit. Doch Studien belegen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind erkrankter Eltern ebenfalls eine bipolare Depression entwickelt, steigt: Leiden beide Elternteile an der Krankheit auf 50 bis 60 Prozent, bei einem betroffenen Elternteil immer noch zehn bis 20 Prozent. Was auffällig ist: Vor allem kreative Personen scheinen prädestiniert zu sein.

    Die genetischen Voraussetzungen stellen jedoch nur einen der Aspekte dar, die für eine bipolare Depression relevant sind. Auch die Traumatisierung in der frühkindlichen Phase könnte eine Rolle spielen. Nicht zuletzt zeigen statistische Erhebungen, dass Manien häufiger in den Sommermonaten auftreten, im Herbst dafür die bipolare Depression. Diese von der Jahreszeit abhängigen Häufungsschwankungen sind ebenfalls noch nicht vollständig geklärt, könnten aber mit dem auch vom Licht abhängigen Serotonin-Stoffwechsel zusammenhängen.

    Wie macht sich eine bipolare Depression bemerkbar?

    Die Erscheinungsformen dieser Erkrankung sind ausgesprochen vielfältig: Einerseits können die Episoden schlagartig beginnen, sich andererseits aber auch langsam entwickeln. Ebenso unterschiedlich präsentieren sich die Länge der Episoden, die Bandbreite reicht von wenigen Wochen bis zu einem halben Jahr, und die Häufigkeit.

    Es können beispielsweise Manien auftreten, nachdem der Patient mehrere depressive Phasen durchlebt hat. Noch komplizierter sind die Mischzustände, denn dann treten bipolare Depressionen und Manien gleichzeitig auf.

    Manien - was ist charakteristisch?

    • Stimmung ist gehoben oder gereizt
    • Selbstüberschätzung bis zum Größenwahn
    • Schlafbedürfnis nimmt ab
    • Libido gesteigert
    • keine Ruhe, rasende Gedanken, tausend Ideen
    • verstärkter Rededrang
    • fehlende Konzentrationsfähigkeit
    • Geldausgaben und Alkoholkonsum unkontrolliert
    • das affektive Verhalten ist ungehemmt und riskant

    Betroffene schlafen sehr wenig, fühlen sich jedoch energiegeladen, überschätzen sich und neigen zum Größenwahn. Allerdings sind sie unkonzentriert und sprunghaft. Diese Phase ist geprägt von Übersteigerung - in Bezug auf den Gesprächsbedarf, die Geldausgaben und die Geselligkeit.

    Bipolare Depression - was ist charakteristisch?

    • Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit
    • Gleichgültigkeit, Schwermut und Schuldgefühle
    • Interessen lassen stark nach
    • Gefühl von Wert- und Empfindungslosigkeit
    • Schlafstörungen
    • Probleme bei Denken und Konzentrieren
    • unterschiedliche physische Beschwerden
    • Gedanken an den Tod kehren immer wieder

    Nach der Manie und dem affektiven Agieren kann die bipolare Depression entweder direkt oder erst später als separate Episode folgen. Die Betroffenen fallen dann von der Höhe der Euphorie in ein tiefes Loch. Sie haben weder Energie, noch fühlen sie sich fähig oder wertvoll - in vielen Fällen spüren sie nicht einmal Traurigkeit, sondern nur Leere.

    Welche unterschiedlichen Formen der bipolaren Störung gibt es?

    Die Diagnose einer bipolaren Störung ist naturgemäß ausgesprochen kompliziert. Doch die Differenzierung ist unbedingt notwendig, um eine geeignete Behandlungsstrategie zu entwickeln. Folgende Formen kommen am häufigsten vor:

    • Bipolar I: Manische Episoden werden bei dieser Form ebenso verzeichnet wie depressive: Die bipolare Depression dauert in diesem Fall wenigstens zwei Wochen, während die Manie über wenigstens eine Woche stark ausgeprägt ist. Die Folgen sind meist fatal und reichen von Schulden- bis zu Eheproblemen. Betroffen sind ein bis zwei Prozent der Männer und Frauen gleichermaßen.

    • Bipolar II: Zwischen zwei und vier Prozent der Menschen entwickeln Episoden der bipolaren Depression, der wenigstens eine hypomanische, also weniger stark ausgeprägte manische Episode von wenigstens vier Tagen gegenübersteht.

    • Rapid Cycling: Wechseln sich die Episoden häufig ab oder treten Mischzustände auf, dann handelt es sich um diese Form: Im Zeitraum eines Jahres müssen dazu wenigstens vier manische, hypomanische oder depressive Episoden verzeichnet werden. In der Regel steigert sich die Frequenz erst allmählich im Krankheitsverlauf. Betroffene können auch zwischen den Episoden an Stimmungsschwankungen und Anpassungsproblemen leiden. Rund 15 bis 20 Prozent der von einer bipolaren Störung betroffenen entwickeln diese Form, wobei diese bei Frauen häufiger vorkommen als bei Männern.

    Wie lässt sich die bipolare Depression von anderen Depressionen abgrenzen?

    Da die Diagnose schwierig ist, lässt sich die bipolare Depression auch nur schwer und im Laufe der Zeit von anderen Depressionen abgrenzen. Hier ist zunächst die Bereitschaft der Betroffenen selbst erforderlich, denn nur deren umfassende Befragung - und am besten auch der involvierten Angehörigen - kann Aufschluss geben.

    Die akuten Beschwerden stellen dabei nur eine Seite der Medaille dar, wichtig ist das Erfassen der bereits aufgetretenen Stimmungsschwankungen. Insbesondere die Mischzustände sind hier eine besondere Herausforderung, wenn affektive Verhaltensweisen und Schwermut zusammenfallen. Nicht zuletzt muss geklärt werden, ob es in der Familie bereits ähnliche Erkrankungen gab oder gibt und somit eine Vorbelastung vorliegt.

    Darüber hinaus spielen auch die körperlichen Aspekte eine wichtige Rolle, da andere Krankheiten, die vergleichbare Symptome mit sich bringen können, auszuschließen sind. Dazu zählen beispielsweise psychische Krankheiten wie Schizophrenie sowie organische Erkrankungen wie Tumore im Gehirn, Epilepsie, Hormonstörungen, HIV, Medikamenten- oder Drogensucht, Demenz, Migräne, Schilddrüsenerkrankungen, Parkinson oder Morbus Addison.

    Eine bipolare Depression kann zunächst kaum von einer unipolaren Depression unterschieden werden, zumal Betroffene hypomanische Phasen zum Teil gar nicht erkennen. Hier ist insbesondere die Jugendpsychiatrie gefragt, da bipolare Erkrankungen oft in jungen Jahren erstmals zum Tragen kommen. Einige typische Merkmale gelten aber als Indizien.

    Im Vergleich zu unipolaren Depressionen leiden Betroffene häufiger an

    • Verlust der Energie
    • stärkerem Schlafbedürfnis
    • größerem Appetit

    Das Alter hilft auch bei der Einordnung: Die erste bipolare Depression wird bei vielen Betroffenen im Alter von 16 bis 18 Jahren in der Jugendpsychiatrie festgestellt - das durchschnittliche Alter ist also niedriger als bei einer unipolaren Depression, die oft genug zunächst diagnostiziert wird.

    Rund 20 Prozent der so eingestuften Patienten entwickeln in den Folgejahren Manien, sodass die Diagnose korrigiert und die Behandlung entsprechend angepasst werden kann. Diese sollte so früh wie möglich aufgenommen werden, um eine optimale Wirkung erzielen zu können. Im Optimalfall kann dann ein chronischer Verlauf vermieden werden, der sich regelmäßig fatal auswirkt - sowohl gesundheitlich als auch sozial.

    Welche Behandlungsarten kommt bei einer bipolaren Depression infrage und wie sind die Aussichten?

    Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser lässt sich eine bipolare Störung behandeln. Im besten Fall lassen sich die Episoden verzögern oder komplett vermeiden. Allerdings muss ganz klar festgehalten werden: Die Ursachen lassen sich nicht beheben.

    Damit gehören Manien und bipolare Depressionen zu den chronischen und lebenslang zu behandelnden Krankheiten. Es ist ausgesprochen wichtig, dass dies sowohl die Betroffenen als auch deren Umfeld versteht, damit eine Behandlung konsequent durchgeführt wird und ihre Wirkung entfalten kann.

    Die konkrete Behandlung muss unter Ausnutzung der gesamten Psychosomatik auf die verschiedenen Phasen abgestimmt werden:

    • Akutbehandlung: Bereits in der akuten Phase muss der Komplexität dieser Krankheit Rechnung getragen werden. In der Regel werden sowohl Medikamente als auch anderweitige Therapieansätze genutzt, um den Patienten zunächst zu stabilisieren. Die Dauer der Akutbehandlung richtet sich danach, wie schnell sich die jeweiligen Symptome verbessern.

    • Erhaltungsbehandlung: Im Anschluss an die akute Phase geht es um Stabilisierung und Vermeidung eines Rückfalls für mindestens ein halbes bis zu einem ganzen Jahr. Die Psychosomatik eröffnet hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten, die einerseits spezielle Psychotherapien und Medikamente, andererseits aber auch die Behandlung eventueller körperlicher Auswirkungen umfassen.

    • Rückfallvermeidung: Diese Behandlungsphase kann beginnen, wenn sich der Patient wieder einer normalisierten Stimmung erfreut. Es geht darum, auf lange Sicht Rückfälle zu vermeiden. Sobald Betroffene jedoch mehr als zwei Phasen innerhalb von fünf Jahren durchlaufen haben, ist eine Dauermedikation angeraten.

    Wie wird eine bipolare Depression genau behandelt?

    Medikamente
    Da bipolare Störungen sehr individuell ausgeprägt sein können, müssen die zum Einsatz kommenden Medikamente ebenso individuell kombiniert werden. In der Regel kommen verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz.

    Stimmungsstabilisierer glätten übermäßige Stimmungsschwankungen. Das macht diese Medikamente sowohl für die bipolare Depression als auch die Manien so wichtig und in allen Behandlungsphasen unverzichtbar, denn sie wirken in der akuten Phase ebenso gut wie auf lange Sicht. Die aktuelle Stimmung wird so stabilisiert, dass sie nicht in die entgegengesetzte Richtung umschlägt. Selbst in vergleichsweise stabilen Phasen können diese Medikamente zur Rückfallprophylaxe genutzt werden, um die nächste Episode so lange wie möglich hinauszuzögern.

    Die wichtigsten Stimmungsstabilisierer sind Antikonvulsiva und Lithiumsalze. Vor allem Lithiumsalze können eine enorme Wirkung entfalten, die weit über das Abschwächen der Symptome hinausgeht. In bis zu 80 Prozent können die erneute bipolare Depression und Manien verhindert werden. Die Selbstmordwahrscheinlichkeit sinkt ebenfalls um 80 Prozent - und das auch dann, wenn die Symptome sich nicht verbessern.

    Wichtig für den Erfolg und das Ausbleiben schwerer Nebenwirkungen ist, dass die Medikamente exakt nach Vorschrift eingenommen werden. Im Gegensatz dazu eröffnen Antikonvulsiva kein so großes Risiko bei Überdosierung. Sie verbessern vor allem die Symptome in der depressiven Phase und wirken somit indirekt anti-suizidal. Der behandelnde Arzt wählt den Wirkstoff aus, der zur konkreten Variante der bipolaren Erkrankung passt, aber auch im Zusammenspiel mit anderen begleitenden Erkrankungen gut verträglich ist.

    Bei einer bipolaren Depression können auch Antidepressiva in Kombination mit dem atypischen Neuroleptikum Quetiapin gute Wirkungen erzielen. Während der akuten Manien wiederum bewähren sich die Stimmungsstabilisierer in Kombination mit einem atypischen Antipsychotikum wie Olanzapin. Darüber hinaus sollte Sedativa zum Einsatz kommen, sobald Unruhe, Angstzustände oder aggressive Impulse auftreten.

    Es ist grundsätzlich zu beachten, dass alle auf psychische Funktionen und das zentrale Nervensystem einwirkenden Medikamente ihre Wirkung erst nach einer gewissen Zeit entfalten können. Umso wichtiger ist die pünktliche und regelmäßige Einnahme auch dann, wenn sich noch gar keine Besserung eingestellt hat.

    Doch auch die gesundheitlichen Folgen der Medikation müssen berücksichtigt werden: Wissenschaftliche Untersuchungen ergaben einen Zusammenhang von bestimmten Wirkstoffgruppen mit dem Entwickeln eines Diabetes mellitus. Während Antipsychotika und psychotrope Medikamente auch in Kombination das Risiko für Diabetes offenbar erhöhen, ist dieses bei einer Monotherapie mit Lithiumsalzen, Bupropion, Lamotrigin oder Oxcarbazepin sowie bei Antidepressiva (SSRI-Klasse) niedriger.

    Psychotherapie
    Zur Psychosomatik gehört neben der medikamentösen Behandlung der Symptome vor allem, dass die Betroffenen lernen, mit ihrer Krankheit im Alltag umzugehen. Verschiedene psychotherapeutische Verfahren eröffnen die Möglichkeit, nicht nur mit belastenden Lebensereignissen besser zurechtzukommen, sondern auch die Beziehungen im sozialen Umfeld zu verbessern und neue Episoden zu vermeiden. Betroffene gewinnen wieder an Selbstsicherheit, was sich nicht zuletzt auf die Zuverlässigkeit bei der Einnahme der Medikamente positiv auswirkt.

    Welche der verschiedenen Therapieansätze zielführend sind, entscheidet der behandelnde Spezialist entsprechend des konkreten Krankheitsbildes. Infrage kommen beispielsweise die Kognitive Verhaltenstherapie, die soziale Rhythmustherapie sowie Familientherapien. Das Einbeziehen der Angehörigen ist ausgesprochen wichtig. Die Psychotherapie sollte keinesfalls als Ersatz für eine medikamentöse Behandlung verstanden werden.

    Ergänzende Verfahren
    Die Elektrokrampftherapie (EKT) kann in schweren Episoden eingesetzt werden, wenn die Gabe von Medikamenten nicht möglich ist oder sämtliche Behandlungen nicht anschlagen. Voraussetzung ist jedoch eine gute körperliche Verfassung, da unter Narkose ein 20 bis 40 Sekunden dauernder Krampfanfall im Gehirn ausgelöst wird, der die Stimmungslage wieder stabilisiert. Die Erfolgsquote dieser kurzfristig wirksamen Behandlung liegt bei 80 Prozent. Eine medikamentöse Behandlung sollte sich zur Rückfallprophylaxe anschließen.

    Darüber hinaus können Wachtherapien ebenfalls in der Akutbehandlung für eine schwere bipolare Depression erfolgreich sein - zumindest kurzfristig. Die Erfolgsquote liegt zwischen 50 und 60 Prozent. Da die Wirkung nicht von langer Dauer ist, müssen parallel Stimmungsstabilisierer und Antidepressiva eingesetzt werden. Die Wachtherapie kann als totaler Schlafentzug über 40 Stunden, aber auch mit einem partiellen Entzug, bei dem bereits um 1 Uhr am Morgen geweckt wird, durchgeführt werden. Abhängig von der ausgeprägten Schwere der Symptome lässt sich der Schlafentzug wiederholen.

    Wie wird eine bipolare Depression in den Oberberg Kliniken behandelt?

    Die Behandlungsmöglichkeiten, die die Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie eröffnen, sind ausgesprochen vielfältig. Die behandelnden Ärzte und Psychotherapeuten stimmen die geeigneten Behandlungen individuell auf das jeweilige Krankheitsbild ab. Die Kombination aus Psychotherapie, expressiven Therapien und anderweitigen Methoden wie Lichttherapie hat sich insbesondere bei Depressionen bewährt.

    Über das Bewältigen von Akutphasen hinaus zielen die Ärzte und Therapeuten vor allem darauf ab, dass Patienten die bipolare Depression akzeptieren und den Umgang mit der Krankheit erlernen. Zum Behandlungserfolg tragen neben der Expertise auch die Rahmenbedingungen bei, die von Komfort, Herzlichkeit, Achtsamkeit und Respekt geprägt sind: Unsere Patienten fühlen sich in den Oberberg Fachkliniken für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie wohl und in ihren Befindlichkeiten angenommen.

    Kann eine bipolare Depression vererbt werden?

    Nein, eine bipolare Erkrankung, die sich in manischen und depressiven Phasen äußert, kann nach dem heutigen Stand der Wissenschaft nicht direkt vererbt werden. Allerdings kann die Anfälligkeit für derartige Erkrankungen weitergegeben werden. Sollten die Vorfahren - vor allem die Eltern - betroffen sein, erhöht sich das Risiko deutlich.

    Es spielen aber weitere Faktoren eine wichtige Rolle dabei, ob und wann es zu einem Ausbruch kommt. Bislang sind die Ursachen für eine bipolare Depression jedoch noch nicht vollständig erforscht.

    Ist eine bipolare Erkrankung generell chronisch?

    Sie zählt zu den schweren chronischen psychischen Erkrankungen, muss aber nicht zwangsläufig lebenslang behandelt werden. Wird die bipolare Erkrankung schon frühzeitig in der Jugendpsychiatrie erkannt und gezielt behandelt, lassen sich die Krankheitsepisoden nicht nur hinauszögern, sondern im Optimalfall auch verhindern.

    Sobald aber wenigstens mehrere Episoden durchlaufen wurden, sollten die Medikamente auch dauerhaft eingenommen werden.

    Wie lässt sich der Wechsel zwischen Manien und bipolarer Depression behandeln?

    Einerseits können Medikamente die Symptome in akuten Phasen mildern, aber auch neue Episoden hinauszögern. Dazu stehen verschiedene Wirkstoffgruppen wie Stimmungsstabilisierer, Antidepressiva, atypische Neuroleptika und Antipsychotika, die bei Bedarf auch kombiniert werden, zur Auswahl. Diese Medikamente benötigen jedoch einige Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten.

    Deswegen greifen Ärzte in schweren Krankheitsphasen auch auf Methoden wie Wachtherapie oder Krampftherapie zurück. Andererseits können Psychotherapien Betroffene dabei unterstützen, mit der Krankheit so umzugehen, dass sie ihr normales Leben weitestgehend weiterführen können.

    Warum ist die Diagnose einer bipolaren Erkrankung so schwierig?

    Tritt die bipolare Depression zuerst und ohne manische Phase auf, ist sie nur schwer von einer unipolaren Depression zu unterscheiden. Deswegen werden auch rund 20 Prozent der so diagnostizierten Betroffenen erst im Nachhinein als bipolar Erkrankte eingestuft.

    Noch schwieriger sind die Mischzustände einzuschätzen, bei denen sich sowohl manische Züge als auch eine bipolare Depression zeigen. Ärzte müssen die Betroffenen und deren Angehörige sehr gründlich befragen, um die eventuell schon durchlebten Episoden identifizieren und eine klare Diagnose erstellen zu können. Dabei ist gerade die frühzeitig einsetzende Behandlung ausgesprochen wichtig.

    Wie stehen die Chancen auf ein normales Leben mit einer bipolaren Erkrankung?

    Das hängt davon ab, wie viele Episoden in welcher Schwere die Betroffenen bereits durchgemacht haben. Je früher die Behandlung einsetzen kann, desto größer sind die Chancen darauf, ein normales und erfülltes Leben führen zu können.

    Sobald jedoch schwere Manien auftreten, in denen der Patient nicht nur das soziale Umfeld strapaziert, sondern auch exzessiv Alkohol genießt, Geld ausgibt und andere Fehler begeht, wird es schwierig. Wird ihm das nämlich im Nachhinein bewusst, kann dies die bipolare Depression erheblich verstärken - ein Teufelskreis setzt ein. Umso wichtiger ist es, das familiäre Umfeld in die Therapien mit einzubeziehen.

    Quellen

    Gukelberger-Felix, G. (2019): Woran man eine bipolare Störung erkennt. Abgerufen am 22.02.2023 unter: https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/psychische-krankheiten/woran-man-eine-bipolare-stoerung-erkennt-718449.html

    Nestsiarovich A, Kerner B, Mazurie AJ et al. (2020): Diabetes mellitus risk for 102 drugs and drug combinations used in patients with bipolar disorder. Psychoneuroendocrinology. 2020. Abgerufen am 22.02.2023 unter: https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2022/08/16/diabetes-bipolar-medikamente/

    Neurologen und Psychiater im Netz (o. D.): Was ist eine bipolare Erkrankung?. Abgerufen am 22.02.2023 unter: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/stoerungen-erkrankungen/bipolare-erkrankungen/

    UKB (o.D.): Bipolare Störungen. Abgerufen am 22.02.2023 unter: https://www.ukbonn.de/psychiatrie-und-psychotherapie/klinisches-spektrum/bipolare-stoerungen/

    Schoppe, C. (2021): Mani­sch-depres­siv: Leben zwischen Extremen. Abgerufen am 22.02.2023 unter: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/psychische-erkrankungen/manisch-depressiv-leben-zwischen-extremen-2016496?tkcm=aaus

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