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  • Systemische Therapie

    Psychotherapeutischer Ansatz mit ganzheitlichem Fokus

    Zwei Personen sitzen an einem Tisch mit einem Brettspiel vor ihnen.

    Übersicht der Systemischen Therapie

    Die systemische Therapie in den Oberberg Kliniken zeichnet sich durch ein ganzheitliches psychotherapeutisches Konzept aus. Mit einem wissenschaftlich fundierten Therapieansatz werden die Zusammenhänge und Bindungen innerhalb sozialer Gefüge berücksichtigt.

    Therapieansatz

    Wie funktioniert die Systemische Therapie?

    Ganzheitlicher Fokus
    Die systemische Therapie betrachtet nicht nur das Individuum, sondern immer auch die sozialen Beziehungen und Bindungen, in die eine Person eingebettet ist. Störungen werden nicht als isoliertes Problem des Einzelnen gesehen, sondern als Ausdruck und Teil des sozialen Systems, das die Person umgibt.
    Wechselwirkungen im sozialen Gefüge
    Im Mittelpunkt des Ansatzes steht die wechselseitige Beeinflussung aller Beteiligten innerhalb eines Systems, wie Familie, Freundeskreis oder Arbeitsplatz. Veränderungen oder Probleme einer Person können dabei direkt oder indirekt auf andere wirken und so psychische Belastungen verstärken.
    Identifikation von Systemdynamiken
    Zu Beginn der Therapie analysiert der Therapeut, wie die Dynamiken und Muster im jeweiligen sozialen System funktionieren. Ziel ist es, diese Zusammenhänge sichtbar zu machen, um zu verstehen, wie bestimmte Verhaltensweisen, Gefühle oder Konflikte entstehen.
    Lösungsorientierte Interventionen
    Nachdem systemische Muster erkannt wurden, werden gemeinsam mit den Betroffenen Lösungswege erarbeitet, um ungesunde Wechselwirkungen zu verändern. Die Interventionen zielen darauf ab, neue, konstruktivere Interaktionen innerhalb des Systems anzustoßen.
    Methoden zur Perspektivveränderung
    Typische Methoden der systemischen Therapie sind das Genogramm, die Familienskulptur und zirkuläre Fragen, die helfen, Beziehungen und Rollen im System visuell und gedanklich neu zu erschließen. Insbesondere zirkuläre Fragen fördern das Perspektivwechsel-Denken, indem sie Situationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten.
    Einzel- und Gruppensitzungen
    Die systemische Therapie kann sowohl in Einzel- als auch in Gruppensitzungen durchgeführt werden, wobei Gruppensitzungen oft zentrale Einsichten in die Dynamik des Systems ermöglichen. Durch die Beteiligung mehrerer Mitglieder des sozialen Gefüges können Veränderungen im Zusammenspiel unmittelbar erlebt und reflektiert werden.
    Therapeutin sitzt auf einem Stuhl

    Therapieziele

    Was sind die Therapieziele der Systemischen Therapie?

    Erkennen und Verstehen von Systemdynamiken
    Ein zentrales Therapieziel ist es, die Dynamiken und Wechselwirkungen innerhalb des sozialen Systems sichtbar zu machen. Der Therapeut arbeitet darauf hin, dass Betroffene verstehen, wie Beziehungen und Interaktionen zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Problemen beitragen.
    Reduktion negativer gegenseitiger Beeinflussung
    Die Therapie zielt darauf ab, schädliche Muster wechselseitiger Beeinflussung zu verändern, damit sich Systemmitglieder nicht mehr fortlaufend negativ beeinflussen. Dadurch sollen Belastungen innerhalb der Gruppe abnehmen.
    Definition und Verfolgung gemeinsamer Ziele
    Nach der Analyse des Systems werden gemeinsam mit den Betroffenen konkrete Ziele definiert, die der Verbesserung der Interaktionen dienen. Diese Zielvereinbarungen bilden die Grundlage für das therapeutische Vorgehen.
    Förderung positiver Interaktionen
    Ein weiteres Ziel ist es, nicht nur Probleme zu reduzieren, sondern positive und konstruktive Interaktionen innerhalb des Systems zu fördern. Dadurch sollen Betroffene nachhaltige Verhaltens- und Beziehungsmuster entwickeln.
    Verringerung psychosozialer Belastungen
    Indem systemische Belastungsfaktoren erkannt und bearbeitet werden, soll die psychosoziale Belastung der Einzelnen im Alltag verringert werden. Dies trägt zur Linderung von Symptomen bei und unterstützt die Lebensqualität.
    Stärkung von Ressourcen und Perspektivwechsel
    Die Therapie fördert die Fähigkeit von Patienten, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und eigene Ressourcen zu nutzen. Durch Methoden wie zirkuläre Fragen wird ein Perspektivwechsel angeregt, der neue Einsichten und Handlungsmöglichkeiten eröffnet.
    Zwei Menschen unterhalten sich unter einem Baum

    Kliniken

    Bei uns verbinden sich exzellente Medizin und persönlicher Rückzugsraum für Heilung und Neuausrichtung.

    Diese Kliniken bieten Systemische Therapie auf höchstem Niveau:

    Patientenaufnahme

    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

    Ganz einfach – in drei Schritten.

    Wir sind für Sie da!

    • 1
      Sie kontaktieren uns.
    • 2
      Unser freundliches Aufnahmeteam berät Sie persönlich.
    • 3
      Wir kümmern uns um eine schnelle und reibungslose Aufnahme.

    Behandlungsfelder der Systemischen Therapie

    Ein Mann und eine Frau laufen eine Treppe im Park herunter

    Wir therapieren psychische Störungen - und stärken Ihre seelische Gesundheit

    Behandlungskonzept

    Ihre psychische Gesundheit
    ist unser Antrieb.

    • Menschlichkeit

      Wir handeln achtsam, herzlich und vertrauensvoll - in der Patientenbetreuung ebenso wie im kollegialen Miteinander innerhalb der Oberberggruppe und zwischen den Kliniken.

    • Verbundenheit

      Wir behandeln Patienten so, wie wir selbst behandelt werden möchten - auf Augenhöhe, ernstgenommen und wohlfühlend.

    • Evidenz

      Wir entwickeln Therapiekonzepte, die bewährte Verfahren mit den neuesten Erkenntnissen evidenzbasierter, innovativer und störungsorientierter Psychotherapie und Pharmakotherapie verbinden.

    Fragen und Antworten

    Weitere Informationen zur Systemische Therapie

    Wie ist die Systemische Therapie entstanden?

    Getreu ihrer Bezeichnung legt die systemische Therapie den Fokus auf das Ganze - oder anders ausgedrückt, auf das "System". Das Verfahren geht auf Nathan Ackerman und sein Konzept für eine systemische Familientherapie aus den 1950er-Jahren zurück, bereits vor mehr als einem Jahrzehnt erfolgte die Anerkennung der systemischen Therapie als psychotherapeutisches Verfahren in Deutschland.

    Wie wird systemische Therapie angewendet?

    Die systemische Psychotherapie begreift den Menschen immer als Individuum, das Teil eines größeren Komplexes ist - und folglich auch von anderen Variablen innerhalb dieses Komplexes beeinflusst wird. Der Mensch ist in der Folge Teil eines Systems und wird durch eben jenes System beeinflusst. Psychologische beziehungsweise mentale Störungen werden also nicht dem Betroffenen als potenzieller Verursacher unterstellt, sondern sind direkte Auswirkungen, die durch das soziale Umfeld von Betroffenen entstehen.

    Dabei legt die systemische Therapie nicht fest, wie genau sich dieses "System" zusammensetzen muss oder welche Personen sich innerhalb von diesem befinden. Ein System kann ebenso der gesamte Bekannten- und Freundeskreis sein, wie beispielsweise auch "nur" die engere oder weitergefasste Familie oder beispielsweise das Arbeitsumfeld. Bedingt durch Aktionen, die in diesem System stattfinden, entstehen also Reaktionen auf Seiten der Betroffenen. Das Therapieverfahren setzt dabei an, diese zu identifizieren und, nach der Identifizierung, zu behandeln. Dafür agieren systemische Therapien meist nicht im Vakuum, sondern können beispielsweise auch mit anderen Therapieformen zu einem ganzheitlichen Therapieansatz zusammengeführt werden.

    In den Oberberg Kliniken bieten wir Patienten die systemische Therapie nach bewährten Grundsätzen und mit individualisiertem Behandlungsablauf an. Die Grundlage hierfür sind stets die Zusammenhänge und Bindungen innerhalb von sozialen Gefügen, also verschiedenen Menschen. Diese nehmen unweigerlich Einfluss auf unser aller Leben und Psyche, weshalb sie getreu dem Modell, das die systemische Therapie verfolgt, ebenso konsequent berücksichtigt gehören. Der wissenschaftlich fundierte Therapieansatz wird in den Oberberg Kliniken durch ein angenehmes, die Heilung förderndes Ambiente unterstützt.

    Außerdem bieten in unseren Kliniken viele weitere Psychotherapien an, die bei entsprechender Indikation mit einer systemischen Therapie kombiniert werden können. Dazu gehören unter anderem:

    Wir legen größten Wert darauf, Patienten in ihre Behandlung aktiv und vorausschauend einzubeziehen. Aus diesem Grund werden im Zuge des stationären Aufenthalts alle Behandlungsschritte detailliert und transparent erläutert. Der jeweilige Therapeut wird in der Folge, sofern sich potenzielle Behandlungserfolge davon versprechen lassen, auch weitere Therapieformen als Ergänzung für die systemische Familientherapie beziehungsweise Einzeltherapie vorbringen.

    Wie kann ich mir eine Systemische Therapie vorstellen?

    Voraussetzung für eine erfolgversprechende Therapie ist der Umstand, dass sich Patienten darauf einlassen und andererseits Teil eines fixen Systems sind. Parallel dazu verfolgt die systemische Therapie den Ansatz, dass sich Störungen innerhalb einer Gruppe (eines Systems) dort manifestieren und sich damit zugleich auf mehrere Personen auswirken - wodurch auch eine sukzessive Steigerung der mentalen Belastung und Symptomatik denkbar ist. Alle Personen dieses Systems beeinflussen sich also fortlaufend wechselseitig. Das führt zu weiteren Komplikationen, wenn bereits mehrere Mitglieder dieser Gruppe negativ von Störungen des Systems betroffen sind.

    Die systemische Therapie betrachtet den eigentlichen Einflussfaktor (beispielsweise soziale Kompetenz, Selbstvertrauen oder Wertschätzung) getrennt von der Funktion eines Symptoms innerhalb des jeweiligen Systems. Wenn also ein Teil der Gruppe an fehlendem Selbstwertgefühl leidet, dann kommuniziert diese Person das direkt oder indirekt gegenüber allen anderen Personen der Gruppe, wodurch diese wiederum unweigerlich davon beeinflusst werden.

    Ein Beispiel, welches insbesondere die Grundprinzipien für die systemische Familientherapie verdeutlicht: Ein junger Mann im Alter von 19 Jahren möchte von Zuhause ausziehen, traut sich das aber nicht, da seine Mutter nur wenig Freunde hat und simultan fortwährend über Einsamkeit klagt. Währenddessen zieht der Vater sich, aufgrund von Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, immer mehr aus dem Familienleben zurück. Diese Konstellation führt nach der systemischen Therapie zu einer Belastung des jungen Mannes, welcher durch Mutter und Vater von direkten Wechselwirkungen betroffen ist, die sich bei ihm selbst in mentalen Stressoren und psychologischen Belastungen manifestieren können.
    Mit Hinblick auf die systemische Therapie ist es nun die Aufgabe des Therapeuten, derartige Wechselwirkungen innerhalb dieses sozialen Konstrukts (im Beispiel der Familie) zu identifizieren, herauszuarbeiten und Lösungsvorschläge zu erarbeiten, damit sich die drei involvierten Personen nicht mehr gegenseitig negativ beeinflussen.

    Was ist bei der Systemischen Therapie zu beachten?

    Erkrankungen, die in der Folge aus einem belasteten System entstehen können, sind durchaus vielfältig. Nicht ausschließlich, aber möglich, sind beispielsweise diese Erkrankungen und Symptome:

    Entsprechend der Studienlage können sich diese und weitere Symptome intensivieren, umso länger Personen innerhalb eines belasteten Systems existieren und sich die Wechselwirkungen zwischen den involvierten Personen folglich stetig gegenseitig multiplizieren.

    Die systemische Therapie, also die Behandlung, erfolgt wahlweise in Einzel- oder Gruppensitzungen. Noch stärker als in vielen anderen Therapieformen, spielen Gruppensitzungen eine Schlüsselrolle für die systemische Psychotherapie. Das ist naheliegend, unterstellt diese doch, dass alle Beteiligten der Gruppe einen gegenseitigen Einfluss aufeinander haben. Bei einer Einzelsitzung erfolgt eine Therapie mit Patienten ohne Anwesenheit der Bezugspersonen des jeweiligen Systems.

    Die Wissenschaft zeigt deutlich, dass durch die systemische Therapie signifikante Behandlungserfolge erzielt werden können. Entsprechende Studien und Meta-Studien existieren dahingehend sowohl im beruflichen als auch familiären Kontext sowie unter Bezugnahme auf verschiedene Symptome und Erkrankungen. Wie immer verspricht die systemische Therapie aber nur dann signifikante Behandlungserfolge, wenn sich die Teilnehmer tatsächlich darauf einlassen. Das bedeutet gleichermaßen auch, dass Betroffene sich intensiv und objektiv mit dem eigenen System und seinen Personen auseinandersetzen müssen.

    Sofern im Zuge der Anamnese und Diagnostik festgestellt wird, dass Probleme von Patienten nicht unmittelbar auf die Gruppendynamik eines Systems zurückzuführen sind, empfiehlt sich die Anwendung eines anderen Verfahrens. Der behandelnde Therapeut der Oberberg Kliniken wird selbstverständlich fortlaufend und agil reagieren, um Patienten gegebenenfalls in eine andere Therapieform zu bringen.

    Was zeichnet die Systemische Familientherapie bei Kindern und Jugendlichen aus?

    Die systemische Therapie versteht sich als eine Ergänzung gegenüber der Familientherapie und hat da folglich ihre Ursprünge. Als Begründer der Therapieform gilt Nathan Ackerman, welcher das Konzept auch konkret als Weiterentwicklung der klassischen Familientherapie verstand. Ausgeweitet auf eine ganzheitliche systemische Therapie, die nicht mehr nur Familien als Gruppen begreift, wurde das Konzept von Professoren des Mental Research Institutes einige Jahre später zum Ende der 1950er-Jahre.

    Heute noch wird die Therapieform vermehrt dort eingesetzt. Daraus ergibt sich ein weiteres prominent vertretenes Anwendungsgebiet.

    Systemische Psychotherapie für Kinder und Jugendliche
    Entsprechend der empirischen Studienlage gilt die systemische Therapie als eine sehr geeignete Therapieform für Kinder, Jugendliche und generell Heranwachsende. Diese befinden sich stets in vielen unterschiedlichen Systemen: Beispielsweise der engen Familie, erweiterten Familie, Schulklasse, im Verein oder Freundeskreis. Dementsprechend können all diese Systeme auch Auswirkungen auf den mentalen Zustand von Heranwachsenden haben, wobei es zunächst gilt das potenziell störende System zu identifizieren.

    Des Weiteren ergibt sich mit Hinblick auf Heranwachsende sowohl ein positiver als auch negativer Umstand: Da Heranwachsende leicht zu beeinflussen sind, schlägt die systemische Therapie bei diesen häufig sehr gut an und führt generell zu überdurchschnittlichen Behandlungserfolgen. Gleichermaßen ist es aber auch diese Beeinflussbarkeit, die Kinder und Jugendliche zu empfindlichen Empfängern von Stressoren und Störungen innerhalb eines Systems werden lässt - das gilt insbesondere innerhalb der unvermeidbaren Systeme, also beispielsweise der Schule oder dem eigenen Familienhaushalt. Diese Beinflussbarkeit ergibt sich aus dem Umstand, dass Verhaltens- und Denkmuster sowie Charakterzüge bei Heranwachsenden typischerweise noch nicht derart gefestigt wie bei Erwachsenen sind.

    Wie sieht der Ablauf einer systemischen Therapie aus?

    Die systemische Familientherapie oder Einzeltherapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Therapeuten. Vielmals findet die systemische Therapie in Gruppensitzungen mit mehreren Mitgliedern des Systems statt. Das ist aber nicht zwangsläufig eine Grundvoraussetzung. Das exakte Vorgehen, speziell auch zwischen Gruppen- und Einzelsitzung, obliegt dem Therapeuten. Hierbei ist auch auf die Empfänglichkeit der Patienten zu achten, ebenso natürlich auf die fixen Rahmenbedingungen. Wird die Ursache innerhalb der Familie identifiziert, empfiehlt sich selbstverständlich eine systemische Familientherapie, dann auch als Gruppensitzung. Speziell bei Stressoren in Systemen wie am Arbeitsplatz oder in der Schule ist eine Gruppentherapie vielmals aus organisatorischen Gründen hingegen gar nicht möglich.

    Zunächst geht es aus Sicht der Therapeuten in der systemischen Therapie darum, die Dynamiken in dem jeweiligen System herauszuarbeiten. Anschließend werden Ziele definiert und damit zugleich Vorgehensweisen, die sich der Interaktion innerhalb der Gruppe widmen. Nach diesen Etappen geht die systemische Intervention zur Konfliktlösung über.

    An dieser Stelle wird die systemische Psychotherapie vor allem von drei Methoden dominiert:

    1. Genogramm
    2. Familienskulptur
    3. zirkuläre Fragen

    Letztere, die zirkulären Fragen, regen Patienten zum Perspektivwechsel an. Es geht folglich darum, feste Sachverhalte einmal aus einer anderen Perspektive, der einer anderen Person innerhalb des Systems, zu betrachten. Zirkuläre Fragen können sich auch Blickwinkeln außerhalb des jeweiligen Systems widmen, um konkrete Unterschiede herauszuarbeiten. Patienten sollen damit Erkenntnisse über den Ist-Zustand in ihrer eigenen Gruppe erhalten, auch indem sie beispielsweise die Dynamik innerhalb eines anderen Systems als Vergleich heranziehen.

    Beim Genogramm wird auf eine grafische Darstellung der jeweiligen Verhältnisse innerhalb eines Systems zurückgegriffen. Ziel dessen ist, verschiedene Muster und Zusammenhänge durch die visuelle Aufbereitung deutlicher erkennen zu können. Des Weiteren wird durch ein Genogramm deutlich, in welcher Beziehung einzelne Personen innerhalb der Gruppe stehen. Vielmals erkennen Patienten das jeweilige Verhältnis auch erst nach dieser visuellen Aufbereitung und erlangen damit für sich selbst ebenso einen neuen Blickwinkel.

    Speziell die systemische Familientherapie kann im Zuge des Therapieverlaufs auch eine Familienskulptur nutzen. Sie gilt in diesem Bereich ebenfalls als ein häufig genutztes Mittel zur Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten und als eine der ersten Methoden, die mit der systemischen Therapie in Verbindung gebracht werden. Beziehungen innerhalb des Systems werden erneut visualisiert, wobei die Positionen der einzelnen Menschen da von besonderer Bedeutung sind. Ein Mitglied der Gruppe, beispielsweise der Patient, ordnet dafür weitere Mitglieder der Gruppe an. So soll eine, für Patienten, stimmige Visualisierung entstehen.
    Anschließend wird die Familienskulptur ausgewertet. Verschiedene Elemente und Anordnungen werden dabei entsprechend gedeutet. Eine versetzte Höhe kann beispielsweise Rückschlüsse auf die Hierarchie und das Machtgefüge der Gruppe zulassen, während der räumliche Abstand auf Verbundenheit oder am anderen Ende auf Distanz hindeutet. Mimik, Gestik und Haltung, beispielsweise welche Personen wen anschauen, sind dahingehend ebenfalls von Bedeutung. Eine Familienskulptur kann auch, bei einer systemischen Gruppentherapie, im Zuge der Zusammenarbeit mit allen involvierten Personen stattfinden, indem diese nach der Vorstellung von Patienten in einem Raum angeordnet werden.

    Systemische Therapie in den Oberberg Kliniken

    Gruppendynamiken können sich schnell vervielfältigen und gegeneinander multiplizieren - aufgrund der wechselseitigen Wirkung, die jede Person innerhalb des Systems auf alle anderen dazugehörigen Personen hat. In der Folge ist denkbar, dass sich gewisse Verhaltensmuster weiter fortsetzen, sofern diese für längere Zeit unerkannt bleiben oder zwar erkannt, aber nicht gelöst werden.

    Speziell bei Kindern und Jugendlichen kann eine systemische Therapie, wie auch die Studienlage deutlich aufzeigt, zu signifikanten Verbesserungen führen - die Effekte dessen sind meist weitreichend und beschränken sich nicht ausschließlich nur auf die Gruppe, die die systemische Familientherapie beispielsweise in den Fokus rückt. Durch die Linderung der psychosomatischen Symptomatik, können Betroffene fortan auch innerhalb von anderen Gruppen souveräner und reflektierender agieren.

    Die Oberberg Kliniken setzen stets auf einen ganzheitlichen Therapieansatz - der sowohl Betroffene als auch Zugehörige des Systems sowie allgemein Angehörige unterstützt. Als Qualitätsverbund von privaten Fachkliniken, kommt in den Oberberg Kliniken das ganze Spektrum der Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik zum Einsatz - in der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

    Tagesklinische und vollstationäre Konzepte treffen, auch im Zuge der systemischen Therapie, unter dem Dach der Oberberg Kliniken zusammen. Unterstützend zu den etablierten Psychotherapien, bieten die einzelnen Kliniken zudem verschiedene weitere Therapieverfahren, Entspannungsverfahren und alternative Behandlungsmethoden an. Das ganzheitliche Wohlbefinden der Patienten steht dabei stets im Mittelpunkt. Therapeuten für die systemische Therapie als auch andere Therapieformen werden ebenfalls aus diesem Grund nur in absolut unausweichlichen Ausnahmefällen gewechselt.

    Quellen

    • Pinquart M, Oslejsek B, Teubert D. Efficacy of systemic therapy on adults with mental disorders: A meta-analysis. Psychother Res. 2016;26(2):241-57. doi: 10.1080/10503307.2014.935830. Epub 2014 Jul 17. PMID: 25032487.
    • Heatherington L, Friedlander ML, Diamond GM, Escudero V, Pinsof WM. 25 years of systemic therapies research: progress and promise. Psychother Res. 2015;25(3):348-64. doi: 10.1080/10503307.2014.983208. Epub 2014 Dec 15. PMID: 25506726.
    • Ellis DA, Naar-King S, Chen X, Moltz K, Cunningham PB, Idalski-Carcone A. Multisystemic therapy compared to telephone support for youth with poorly controlled diabetes: findings from a randomized controlled trial. Ann Behav Med. 2012 Oct;44(2):207-15. doi: 10.1007/s12160-012-9378-1. PMID: 22644587; PMCID: PMC3443313.
    • Knight, R., Davies, R., Salkovskis, P.M. et al. CBT with an Adolescent with Hoarding Disorder-a Single-Case Experimental Design. J Cogn Ther 12, 146-156 (2019). https://doi.org/10.1007/s41811-018-0033-x.
    • Atkinson MJ, Wade TD. Does mindfulness have potential in eating disorders prevention? A preliminary controlled trial with young adult women. Early Interv Psychiatry. 2016 Jun;10(3):234-45. doi: 10.1111/eip.12160. Epub 2014 Jun 4. PMID: 24894735.

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    Eine Aufnahme in unsere Privatkliniken ist in der Regel zeitnah möglich.

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